Archiv des Autors: Mathias Schwarz

Konzert: Flying Folk-Circus

Am 6. April findet ab 20:30 Uhr ein tolles Konzert in der S4-Lounge statt.

Wer Folkmusik nur mit „Blowin‘ in the wind“ verbindet, sollte sich den „Flying Folk-Circus“ anhören! Da haben sich Musiker zusammengefunden, die ihre akustische Musik mit Leidenschaft zelebrieren.
Reinhard & friends feat. Jo Glaser: Wunderschöner mehrstimmiger Gesang mit Einlagen von Instrumentalist und Solokünstler Jo Glaser.
Die fliegenden Austern: Mit Gitarre, Kontrabass und Percussion schaffen es mit „Austern“ eine Kneipe oder eine Fußgängerzone mit ihrem powerigen Folk zum tanzen bringen.
Kalamika: Faszinierende Klänge im Spannungsfeld zwischen E-Gitarre und keltischer Harfe mit der ausdrucksstarken Stimme von Sängerin Kalavati.

Kino: Mellow Mud

Am 20. März zeigen wir ab 20:00 Uhr „Mellow Mud“

Drama, Lettland 2016

Regie: Renars Vimba

Die 17-jährige Lettin Raya (Elina Vaska) lebt mit ihrem jüngeren Bruder Robis auf einer einsam gelegenen Apfelplantage bei ihrer Großmutter. Als diese plötzlich stirbt, trifft Raya eine schwerwiegende Entscheidung: Sie verschweigt ihren Tod und vergräbt die Leiche im Garten und kümmert sich fortan alleine um ihr Überleben und das ihres Bruders. Vollkommen auf sich alleine gestellt müssen die Geschwister lernen, Verantwortung zu übernehmen, in der Hoffnung, eines Tages ihre nach England ausgewanderte Mutter zu erreichen, doch bis dahin ist es ein langer Weg. Es beginnt ein Kampf ums Überleben, aber auch ein Prozess des Erwachsenwerdens.

Ungewöhnliche Coming-of-age-Geschichte (FSK 6, 106 min)

Michael Oertel und Band

Das nächste Konzert findet am 30. März um 20:30 Uhr in der S4-Lounge statt.

Michael Oertel, Sänger, Gitarrist und Songwriter aus Freiburg, ist in der Zwischenzeit weit über die süddeutschen Grenzen bekannt. Ob er Matt Woosey auf Tourneen durch England begleitet, oder als Sideman von Tino Gonzales aktiv ist, begeistert er die Zuhörer bei seinen Auftritten. Er hat seinen ganz eigenen Stil gefunden, der Blues, Soul und Folk auf sehr einfühlsame Art harmonisch miteiander verschmelzen lässt. Mit seinem einzigartigen Gesang und Gitarrenspiel „erzählt“ er die Songs.

Weltfrauentag = Europatag

Am Freitag, 8. März ist um 19 Uhr eine der klügsten Frauen der Republik zu Gast im Rathausfoyer der Stadt Tuttlingen.
Unter Gastgeberschaft von Oberbürgermeister Michael Beck startet der Rittergartenverein seine vielfältigen Aktivitäten zur Europa- und auch Kommunalwahl Ende Mai.
Neben vielen Auszeichnungen ist Prof. Aleida Assmann, die Friedenspreisträgerin des deutschen Buchhandels, zu Gast, da ihr das gefährdete Europa sehr am Herzen liegt.
So hat sie spontan zum Weltfrauentag zugesagt, um mit einem Vortrag die Bemühungen vor Ort zu unterstützen.
Bereits um 18 Uhr wird Frau Deyra Türk-Nachbaur (SPD) aus Bad-Dürrheim bei „10 Minuten für Europa – Speakers Corner“ am Place de Draguignan den Abend eröffnen.

Aleida Assmann
Aleida Assmann (c) by Corinna Assmann

KURZTEXT DES VOTRAGS FR ASSMANN „DER EUROPÄISCHE TRAUM“
Das Symbol der EU ist der Sternenkreis. Lange Zeit haben wir dieses Motiv im Rahmen der offiziellen Rhetorik der EU als Symbol für die Einheit in der Vielfalt gesehen. Heute müssen wir uns jedoch fragen: Was hält die Sterne noch zusammen und davon ab, auseinanderzufallen?
Besitzt Europa ein Leitbild? In Analogie zum amerikanischen Trauma entfaltet Aleida Assmannden den europäischen Traum und meint damit vier Lehren, die die Europäer aus der Geschichte gezogen haben. Ob es eine Zukunft hat oder nicht, hängt deshalb nicht zuletzt davon ab, ob diese Lehren weiterhin als eine gemeinsame Grundorientierung anerkannt und umgesetzt werden.

Rittergartenkino

Liebe Freundinnen und Freunde des Rittergartenkinos,

am Mittwoch, den 20. Februar 2019 zeigen wir um 20.15 Uhr die Komödie

DIE UNGLAUBLICH REISE DES FAKIRS, DER IN EINEM KLEIDERSCHRANK FESTSTECKTE

(Indien/ F/ B 2018, Regie: Ken Scott)

im Scala Tuttlingen.

Hier der Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=g-1GT9KL44M

Aja (Bollywood-Star Dhanush) verdingt sich als Taschendieb in Mumbai. Als seine Mutter stirbt, macht er sich auf die Suche nach seinem Vater nach Paris auf. Er übernachtet in einem Schrank in einem Ikea-Laden und wird des Nachts nach London verschifft. Ärger mit der Einreisebehörde ist programmiert und es beginnt eine Odyssee quer durch Europa. Via Spanien landet er in Rom, wo ihm eine Filmdiva (Bérénice Bejo, „The Artist) unter die Arme greift. Der Absturz eines Fesselballons führt ihn nach Libyen und damit ist die Reise noch lange nicht zu Ende.

Ulrich Sonnenschein schrieb dazu auf epd-film.de: „Es gibt nur wenige Komödien, die es schaffen, Albernheit, Slapstick und realpolitischen Kommentar so klug zu verbinden. Man lacht, schämt sich und findet Zustimmung und Ablehnung in trauter Zweisamkeit. Das Flüchtlingsszenario als Farce, als aufgeblasener Nebenschauplatz der globalen Krise. Ken Scott versteht es meisterhaft, das Reale, das Unglaubliche und das Ab­surde zu verbinden.“ Sein Fakir sei „eine Märchenfigur und ein Lehrmeister gleichermaßen. Wenn er am Schluss seinen Schülern in Mumbai von seinen europäischen Abenteuern erzählt, dann wird er tatsächlich zur modernen Version einer Scheherazade.“

Farbprächtiges, magisches Wohlfühlkino mit Musical-Einlagen (FSK 6, 100 min.)

Der Eintritt beträgt 7,00 Euro, Mitglieder zahlen 6,00 Euro

Mit freundlichen Grüßen

Christine Treublut

für das Rittergarten-Kinoteam

Nächstes Konzert: Fireball

„FIREBALL“ ist vor allem geballte Power, musikalisches Talent und eine absolute Authentizität, mit der die fünf Jungs Songs von Led Zeppelin und andere Hardrock-Klassiker genauso traumwandlerisch rüberbringen wie straighten Blues. FIREBALL vermittelt das Gänsehaut – Feeling einer Zeit, in der Rock’n Roll noch eine echte Lebenseinstellung war. Song für Song reihen sich zu einem roten Faden durch mehr als zwei Stunden absoluten Musikgenuss. Dass FIREBALL nämlich längst keine regionale Band mehr ist, zeigten sie auf diversen Tourneen von München bis nach Bremen und ins benachbarte Ausland. Gemeinsam mit Mother’s Finest setzten FIREBALL 2009 auf dem Rottweiler Jazzfest ein echtes Highlight und spielten sich in der restlos ausverkauften Stadthalle in die Herzen der über 1.000 Zuschauer.

Termin: Samstag, 17. November 2018
Veranstalter: Rittergartenverein e.V.
Veranstaltungsort: S4 Lounge, Stadionstr. 8, 78532 Tuttlingen
Veranstaltungsbeginn: 20.30 Uhr
Eintritt: VVK: 12 € / erm. 10 € (zzgl. Gebühren)
Vorverkauf: Ticketbox und Stiefels Buchladen

Nächstes Konzert: Bluesnacht

Bluesnacht

Support: „Perry, Gail & Koch”

Es ist kein Zufall, dass „Perry, Gail & Koch“ als Support vor Vdelli spielen.
Bob Perry spielte 2009 bei Vdelli als Bassist auf der Europatournee.
Die drei Musiker toben sich ausgiebig durch klassische Blues + Rocksongs, wobei intensive Exzesse und psychodelische Soundtrips durchaus heftig erkundet werden. Es gibt hier keinen „Weichspül-Schongang“ oder angezogene Handbremse. Ihre Leidenschaft zur Musik und zum Blues sind hier deutlich erkennbar.

VDELLI
Back To Blues Tour 2018

Bluesrock! Zeit- und schnörkellos, kraftvoll, dynamisch, melodisch, variantenreich: Es bedarf nur einiger weniger Attribute, um die musikalische Welt des australischen Trios VDELLI treffsicher zu beschreiben. Wer die Band um Frontmann Michael Vdelli jemals auf der Bühne erlebt hat, kennt die ungezügelte Energie der Gruppe, ihre kompromisslose Marschrichtung und unerschütterliche Rock-Attitüde. Im Herbst 2018 werden VDELLI auf der „Back To Blues Tour“ ihr 20. Bandjubiläum feiern, indem sie verstärkt zum Blues zurückkehren, dem Stil, mit dem alles für die Band begann. Frontmann Michael Vdelli und seine Begleiter werden Songs aus ihrer dynamischen und dauerhaften Karriere spielen. Alle Songs, abgespeckt, wie sie seit Jahren nicht mehr gespielt wurden, ohne jedoch die Erfahrungen, die VDELLI über die Jahre gesammelt haben, zu verleugnen. „Im Laufe der Jahre hat die Band mit jedem neuen Album nach Entdeckungen gesucht und musikalische Stile erforscht, die von traditionellem Blues bis hin zu Indie Rock reichten.

Termin: Freitag, 05. Oktober2 2018-07-19
Veranstalter: Rittergartenverein e.V.
Veranstaltungsort: S4 Lounge, Stadionstr. 8, 78532 Tuttlingen
Veranstaltungsbeginn: 20.30 Uhr
Eintritt: VVK: 16 € / erm. 14 € (zzgl. Gebühren) – Vorverkaufstellen: Ticketbox und Stiefels Buchladen
Vorverkauf: Ticketbox und Stiefels Buchladen

So long, Leonard Cohen

Tuttlingen (hör) – Sein „Hallelujah“ wurde 300 Mal gecovert, und Leonard Cohen zeigte sich stets geehrt, wenn gute Musiker seine Songs neu interpretierten. Er hätte wohl auch am Samstagabend seine Freude gehabt: Sven Görtz hat im „Sommer im Park“ mit der literarisch-musikalischen Hommage „So long, Leonard Cohen“ an den legendären kanadischen Song-Poeten erinnert.

Wetter, Stimmung und Programm ließen bei den 150 Besuchern, die der Einladung von „Stiefel“ Christof Manz ins Zelt an der Donau gefolgt waren, keine Wünsche offen.

„Liebe, Religion, Sex und Tod“, hat Leonard Cohen thematisiert und in unvergessliche Melodien umgesetzt. Mit ihnen, und dazu mit vielen Anekdoten und Informationen, weckte Sven Görtz Erinnerungen an den vielseitigen, stets elegant gekleideten „singenden Dichter“: Zaghaft bewegten sich vielerorts die Lippen im Publikum zu „Suzanne“, jenem Song, den Cohen nicht Suzanne Elrod, der Mutter seiner beiden Kinder, gewidmet hatte, sondern der Tänzerin Suzanne Verdal. „So long, Marianne“ durfte genauso wenig fehlen, Cohens Abgesang an seine norwegische Lebensgefährtin Marianne Ihlen. Eingang in sein Repertoire fand auch seine heiße Affaire mit Janis Joplin in der New Yorker Künstler-Absteige „Chelsea Hotel“. Viele Musen haben den „Ladies‘ man“ ein Stück seines Weges begleitet. Görtz‘ Kommentar dazu lautete: „Er war wohl ein Mann, der häufig ein „Ja“ als Antwort erhielt, ohne eine Frage gestellt zu haben.“

„Bird on the Wire“, „Who By Fire“, „First We Take Manhattan“ und „Sisters of Mercy“ standen unter anderen bekannten Titeln auf Görtz‘ Playlist, bis hin zum erst 2014 erschienenen „Slow“: Schnelligkeit und Hektik sei die Sache Cohens noch nie gewesen, erfuhren die Zuhörer hier aus dem Liedtext und aus Görtz‘ Moderation: Ruhig dahinfließende Melodien transportierten sinnlich-bildhafte, akribisch überarbeitete Texte. Allein für sein „Hallelujah“ habe er fünf Jahre gebraucht – für insgesamt 80 Strophen, von denen er letztlich vier verwendete.

Sven Görtz liest im Hauptberuf Hörbücher ein. Seine warme, weiche Stimme zog auch die Zuhörer im Tuttlinger Zelt in den Bann – und scheint dazu prädestiniert, Cohens tiefen Bass zu covern. Görtz versuchte jedoch nicht, Cohens rauchige, in den Höhen etwas kratzige Stimme zu imitieren. Er übernahm zwar Klangfarben des Originals, doch er interpretierte die Stücke mit seiner eigenen, ausgebildeten Stimme in der Stimmlage des jüngeren Cohen, fügte auch hier und da kleine Variationen hinzu.

1934 in Montreal als Sohn jüdischer Eltern geboren, habe sich der junge Cohen zunächst als Verfasser von Lyrikbänden und Romanen etabliert, erzählte Görtz: „Hoch geachtet, aber mittellos.“ Mit der Vertonung seiner Literatur wollte er zu Geld zu kommen: „In der Tradition der mittelalterlichen Troubadoure lag er am Puls der damaligen Zeit.“ Und landete gleich mit seinem ersten Album 1967 einen Riesenerfolg. Auf der griechischen Insel Hydra hatte er sich damals inmitten einer Künstlerkolonie niedergelassen. „Er nahm an Drogen, was immer er kriegen konnte: Marihuana, LSD, auch Heroin“, erfuhren die Zuhörer. Depressionen und Drogen begleiteten den Poeten ein Leben lang, zwangen ihn immer wieder zum Rückzug aus der Öffentlichkeit, bis er schließlich in buddhistischen Praktiken Halt fand, ohne dabei in Konflikt zu seinen jüdischen Wurzeln zu geraten. Zweimal feierte der Sänger grandiose Bühnen-Come-Backs von seinen Aus-Zeiten, zuletzt von 2008 bis 2013 mit weltweit 400 Konzerten. Cohen starb am 7.11.2016 in Los Angeles, zwei Monate nachdem sein letztes Album erschienen war.

Was von Cohen bleibt, fasste Görtz zusammen: Die Erinnerung an einen Künstler, dem die Wahrhaftigkeit  seiner Songs als höchstes Gut galt. Der bunten Pop-Arrangements seine düstere, aufs Wesentliche reduzierte Klangästhetik entgegenstellte. Der heitere Gelassenheit ausstrahlte und sich seinen jugendlich-spielerischen Sinn für Humor bewahrt hatte. Der uns unvergleichlich schöne Musik geschenkt hat.

Unauslöschlich eingeprägt haben sich Cohens surrealistische Sprachbilder: Wie ein „Betrunkener in einem mitternächtlichen Chor“ suchte er in „Bird on the Wire“ seine Freiheit. Und der ziemlich verrückten, in Lumpen und Federn gekleideten „Suzanne“ verdanken wir diese unglaublichen Zeilen über platonische Liebe: „…she will trust you, for you’ve touched her perfect body with your mind.“ Sven Görtz hat nicht versucht, Cohens Metaphern zu deuten. Jeder Zuhörer durfte seine ganz persönlichen Bilder bewahren, bereichert um die noch einmal lebendig gewordene Erinnerung an einen besonderen Menschen, Dichter und Musiker. Danke schön.

Danke für den Text an Cornelia Hörburger