Archiv der Kategorie: Archiv

Frohes neues Jahr!

Wir planen gerade für die nächsten Monate. Hier schon mal die kommenden Veranstaltungen:

Mittwoch, den 9. Januar 2019: „Gundermann“, ein kluger und einfühlsamer Film über den gleichnamigen Baggerfahrer und Liedermacher. – Scala- Kino, ab 20.15 Uhr 

Donnerstag, den 10. Januar 2019 : Burckhard Hofmann stellt sein Buch „Und Gott schuf die Angst – Ein Psychogramm der arabischen Seele“ – Stiefels Buchladen, ab 19.00 Uhr

Samstag, den 19. Januar 2019: Die Sixties-Beat-Cover- Band „Black Byrds“  sorgt für gute Stimmung. Authentisch, tanzbar, ohne Schnickschnack. – S4 Lounge (Stadionstr, 8), ab 20.30 Uhr

Ein Thema, das uns in diesem Jahr besonders beschäftigen wird, ist die Europawahl am 26. Mai. Wir werden im Vorfeld das Format „10 Minuten für Europa“ noch stärker aktivieren und uns kluge Köpfe zum Thema einladen.

Nächstes Konzert: Fireball

„FIREBALL“ ist vor allem geballte Power, musikalisches Talent und eine absolute Authentizität, mit der die fünf Jungs Songs von Led Zeppelin und andere Hardrock-Klassiker genauso traumwandlerisch rüberbringen wie straighten Blues. FIREBALL vermittelt das Gänsehaut – Feeling einer Zeit, in der Rock’n Roll noch eine echte Lebenseinstellung war. Song für Song reihen sich zu einem roten Faden durch mehr als zwei Stunden absoluten Musikgenuss. Dass FIREBALL nämlich längst keine regionale Band mehr ist, zeigten sie auf diversen Tourneen von München bis nach Bremen und ins benachbarte Ausland. Gemeinsam mit Mother’s Finest setzten FIREBALL 2009 auf dem Rottweiler Jazzfest ein echtes Highlight und spielten sich in der restlos ausverkauften Stadthalle in die Herzen der über 1.000 Zuschauer.

Termin: Samstag, 17. November 2018
Veranstalter: Rittergartenverein e.V.
Veranstaltungsort: S4 Lounge, Stadionstr. 8, 78532 Tuttlingen
Veranstaltungsbeginn: 20.30 Uhr
Eintritt: VVK: 12 € / erm. 10 € (zzgl. Gebühren)
Vorverkauf: Ticketbox und Stiefels Buchladen

Nächstes Konzert: Bluesnacht

Bluesnacht

Support: „Perry, Gail & Koch”

Es ist kein Zufall, dass „Perry, Gail & Koch“ als Support vor Vdelli spielen.
Bob Perry spielte 2009 bei Vdelli als Bassist auf der Europatournee.
Die drei Musiker toben sich ausgiebig durch klassische Blues + Rocksongs, wobei intensive Exzesse und psychodelische Soundtrips durchaus heftig erkundet werden. Es gibt hier keinen „Weichspül-Schongang“ oder angezogene Handbremse. Ihre Leidenschaft zur Musik und zum Blues sind hier deutlich erkennbar.

VDELLI
Back To Blues Tour 2018

Bluesrock! Zeit- und schnörkellos, kraftvoll, dynamisch, melodisch, variantenreich: Es bedarf nur einiger weniger Attribute, um die musikalische Welt des australischen Trios VDELLI treffsicher zu beschreiben. Wer die Band um Frontmann Michael Vdelli jemals auf der Bühne erlebt hat, kennt die ungezügelte Energie der Gruppe, ihre kompromisslose Marschrichtung und unerschütterliche Rock-Attitüde. Im Herbst 2018 werden VDELLI auf der „Back To Blues Tour“ ihr 20. Bandjubiläum feiern, indem sie verstärkt zum Blues zurückkehren, dem Stil, mit dem alles für die Band begann. Frontmann Michael Vdelli und seine Begleiter werden Songs aus ihrer dynamischen und dauerhaften Karriere spielen. Alle Songs, abgespeckt, wie sie seit Jahren nicht mehr gespielt wurden, ohne jedoch die Erfahrungen, die VDELLI über die Jahre gesammelt haben, zu verleugnen. „Im Laufe der Jahre hat die Band mit jedem neuen Album nach Entdeckungen gesucht und musikalische Stile erforscht, die von traditionellem Blues bis hin zu Indie Rock reichten.

Termin: Freitag, 05. Oktober2 2018-07-19
Veranstalter: Rittergartenverein e.V.
Veranstaltungsort: S4 Lounge, Stadionstr. 8, 78532 Tuttlingen
Veranstaltungsbeginn: 20.30 Uhr
Eintritt: VVK: 16 € / erm. 14 € (zzgl. Gebühren) – Vorverkaufstellen: Ticketbox und Stiefels Buchladen
Vorverkauf: Ticketbox und Stiefels Buchladen

So long, Leonard Cohen

Tuttlingen (hör) – Sein „Hallelujah“ wurde 300 Mal gecovert, und Leonard Cohen zeigte sich stets geehrt, wenn gute Musiker seine Songs neu interpretierten. Er hätte wohl auch am Samstagabend seine Freude gehabt: Sven Görtz hat im „Sommer im Park“ mit der literarisch-musikalischen Hommage „So long, Leonard Cohen“ an den legendären kanadischen Song-Poeten erinnert.

Wetter, Stimmung und Programm ließen bei den 150 Besuchern, die der Einladung von „Stiefel“ Christof Manz ins Zelt an der Donau gefolgt waren, keine Wünsche offen.

„Liebe, Religion, Sex und Tod“, hat Leonard Cohen thematisiert und in unvergessliche Melodien umgesetzt. Mit ihnen, und dazu mit vielen Anekdoten und Informationen, weckte Sven Görtz Erinnerungen an den vielseitigen, stets elegant gekleideten „singenden Dichter“: Zaghaft bewegten sich vielerorts die Lippen im Publikum zu „Suzanne“, jenem Song, den Cohen nicht Suzanne Elrod, der Mutter seiner beiden Kinder, gewidmet hatte, sondern der Tänzerin Suzanne Verdal. „So long, Marianne“ durfte genauso wenig fehlen, Cohens Abgesang an seine norwegische Lebensgefährtin Marianne Ihlen. Eingang in sein Repertoire fand auch seine heiße Affaire mit Janis Joplin in der New Yorker Künstler-Absteige „Chelsea Hotel“. Viele Musen haben den „Ladies‘ man“ ein Stück seines Weges begleitet. Görtz‘ Kommentar dazu lautete: „Er war wohl ein Mann, der häufig ein „Ja“ als Antwort erhielt, ohne eine Frage gestellt zu haben.“

„Bird on the Wire“, „Who By Fire“, „First We Take Manhattan“ und „Sisters of Mercy“ standen unter anderen bekannten Titeln auf Görtz‘ Playlist, bis hin zum erst 2014 erschienenen „Slow“: Schnelligkeit und Hektik sei die Sache Cohens noch nie gewesen, erfuhren die Zuhörer hier aus dem Liedtext und aus Görtz‘ Moderation: Ruhig dahinfließende Melodien transportierten sinnlich-bildhafte, akribisch überarbeitete Texte. Allein für sein „Hallelujah“ habe er fünf Jahre gebraucht – für insgesamt 80 Strophen, von denen er letztlich vier verwendete.

Sven Görtz liest im Hauptberuf Hörbücher ein. Seine warme, weiche Stimme zog auch die Zuhörer im Tuttlinger Zelt in den Bann – und scheint dazu prädestiniert, Cohens tiefen Bass zu covern. Görtz versuchte jedoch nicht, Cohens rauchige, in den Höhen etwas kratzige Stimme zu imitieren. Er übernahm zwar Klangfarben des Originals, doch er interpretierte die Stücke mit seiner eigenen, ausgebildeten Stimme in der Stimmlage des jüngeren Cohen, fügte auch hier und da kleine Variationen hinzu.

1934 in Montreal als Sohn jüdischer Eltern geboren, habe sich der junge Cohen zunächst als Verfasser von Lyrikbänden und Romanen etabliert, erzählte Görtz: „Hoch geachtet, aber mittellos.“ Mit der Vertonung seiner Literatur wollte er zu Geld zu kommen: „In der Tradition der mittelalterlichen Troubadoure lag er am Puls der damaligen Zeit.“ Und landete gleich mit seinem ersten Album 1967 einen Riesenerfolg. Auf der griechischen Insel Hydra hatte er sich damals inmitten einer Künstlerkolonie niedergelassen. „Er nahm an Drogen, was immer er kriegen konnte: Marihuana, LSD, auch Heroin“, erfuhren die Zuhörer. Depressionen und Drogen begleiteten den Poeten ein Leben lang, zwangen ihn immer wieder zum Rückzug aus der Öffentlichkeit, bis er schließlich in buddhistischen Praktiken Halt fand, ohne dabei in Konflikt zu seinen jüdischen Wurzeln zu geraten. Zweimal feierte der Sänger grandiose Bühnen-Come-Backs von seinen Aus-Zeiten, zuletzt von 2008 bis 2013 mit weltweit 400 Konzerten. Cohen starb am 7.11.2016 in Los Angeles, zwei Monate nachdem sein letztes Album erschienen war.

Was von Cohen bleibt, fasste Görtz zusammen: Die Erinnerung an einen Künstler, dem die Wahrhaftigkeit  seiner Songs als höchstes Gut galt. Der bunten Pop-Arrangements seine düstere, aufs Wesentliche reduzierte Klangästhetik entgegenstellte. Der heitere Gelassenheit ausstrahlte und sich seinen jugendlich-spielerischen Sinn für Humor bewahrt hatte. Der uns unvergleichlich schöne Musik geschenkt hat.

Unauslöschlich eingeprägt haben sich Cohens surrealistische Sprachbilder: Wie ein „Betrunkener in einem mitternächtlichen Chor“ suchte er in „Bird on the Wire“ seine Freiheit. Und der ziemlich verrückten, in Lumpen und Federn gekleideten „Suzanne“ verdanken wir diese unglaublichen Zeilen über platonische Liebe: „…she will trust you, for you’ve touched her perfect body with your mind.“ Sven Görtz hat nicht versucht, Cohens Metaphern zu deuten. Jeder Zuhörer durfte seine ganz persönlichen Bilder bewahren, bereichert um die noch einmal lebendig gewordene Erinnerung an einen besonderen Menschen, Dichter und Musiker. Danke schön.

Danke für den Text an Cornelia Hörburger

Sommerferien-Programm

„… unterm Pflaster liegt der Strand…“ heißt das kleine Ferienprogramm des Rittergartenvereins

Alle Veranstaltungen finden vor oder in Stiefels Buchladen am Place de Draguignan statt.

Do., 16. August, 16 Uhr „Meer & Piraten“
Kindermitmachprogramm

Di., 21. August, 16 Uhr „Die Wurzeln meines Lebens“
Gustel Strasser, Aldingen

Do., 23. August, 16 Uhr „Bienen & Blumen“
Kindermitmachprogramm

Do., 30. August, 17 Uhr „kleine Einführung in die Gemeinwohlökonomie“

Di., 4. September, 15 Uhr „Erzählcafe“

Do., 6. September, 16 Uhr „Geschichten zur Cafezeit mit Dieter Osselmann“